Gestalten Sie Ihren Tag produktiver

Ob Freiberufler, Unternehmer oder Arbeitnehmer, es wird immer schwieriger, die Aufgaben, die man sich vorgenommen oder aufgetragen bekommen hat, in der vorgegeben Arbeitszeit zu schaffen. Innovative Webdienste wie Xing, Facebook oder Linkedin bieten ein enormes Karrierepotential, verkürzen aber im Gegenzug die tägliche Zeit noch einmal um einen wesentlichen Faktor.

Es ist allerdings möglich, trotz des notwendigen Zeitinvestments keine Einbußen in der Produktivität zu haben.

Hier ein paar Tipps:

  • Planen Sie Social Networking fest in Ihren Tagesablauf ein
    Lesen und Schreiben in Foren, sowie die Kontaktpflege über Social Networking Sites gewinnen immer mehr an Bedeutung. Allerdings kann diese Art der Kommunikation schnell Überhand nehmen und Ihre Zeitplanung durcheinanderbringen. Planen Sie daher ein festes Zeitfenster für Networking ein und halten Sie sich daran. Dann kommen weder Ihre Kontakte zu kurz noch verschwenden Sie einen Teil Ihrer kostbaren Zeit.
  • Besiegen Sie die Macht des Posteingangs
    Viel zu viele Menschen versuchen, eine Email in „Echtzeit“, d.h. kurz nach deren Eintreffen zu beantworten, um ihren Kontakten das Gefühl zu geben, im Gegensatz zu den „anderen“ überdurchschnittlich schnell zu sein. Diese Art der Beantwortung ist ein echter Produktivitätskiller, da in der Regel ein anderer Vorgang unterbrochen werden muss. Idealerweise sollte man Emails nicht kontinuierlich sondern zu drei Zeiten am Tag kontrollieren und beantworten: Morgens nach dem Eintreffen, Mittags nach der Pause und Abends vor dem Feierabend.
  • Tiefpunkte effizient nutzen
    Jeder Mensch hat Höhe- und Tiefpunkte in seinem täglichen Biorhythmus. Meine liegen z.B. in den frühen Morgenstunden und in der Halbzeit zwischen Mittagspause und Feierabend. Zu dieser Zeit kann man sich ideal „leichter Kost“ wie z.B. dem Beantworten von Mails und der Kontaktpflege widmen, Telefonate führen oder eine Unterhaltung mit Kollegen führen.
  • Greifen Sie in die Toolbox
    Nutzen Sie die richtigen Werkzeuge, um flexibler als Ihre Mitbewerber zu sein, Google Apps ist z.B. eines der genialsten Tools, um weltweit auf Mails, Dokumente, Kalkulationen und Präsentationen zuzugreifen.
  • Planen Sie Ihren Tag
    Wenn Sie sich am Vorabend eines Tages in die Rolle Ihrer Sekretärin versetzen und den kommenden Tag planen, werden sie staunen, wieviel Produktivität Sie nach ein paar Wochen durch diese neue Art der Zeitplanung gewinnen. Planen Sie alle zu erledigenden Aufgaben, wichtige Telefonate und Meetings und tragen Sie diese in Ihren Online Kalender ein. Nicht vergessen: Gleichen Sie diesen vor Feierabend mit Ihrem PDA oder Smartphone ab. Auch wenn dieser neue Step des Selbstmanagements anfangs etwas ungewohnt ist, werden Sie sich wundern, wie Ihre Leistung dadurch gesteigert werden kann.

Haben Sie weitere Tipps zum Thema Produktivität und Arbeitsorganisation? Ich freue mich auf Ihren Beitrag in den Kommentaren…

Downsize auf die Core-Kompetenzen!

Heute morgen hatten wir beim Frühstück eine lustige Unterhaltung über Beraterdeutsch und die zunehmende Verwendung von Anglizismen im Alltag.

Da auch ich in der „goldenen Börsenzeit“ zu den eloquenten Phrasendreschern gehörte, haben wir mal evaluiert, ob ich an meinen nächsten Office Days mal einen Beitrag über die besten Begriffe zum Mitreden bei den High Potentials schreiben soll.

Was ist Unterschied zwischen einer Challenge und einer neuen Herausforderung? Bin ich schwul, wenn ich zum Summer Outing gehe? Fragen über Fragen, die bald beantwortet werden…

 

Burn-Out, ein Leben in Hochgeschwindigkeit

Wer kennt sie nicht, die zahlreichen Situationen, in denen wir uns voll und ganz konzentrieren müssen, um mehrere Dinge gleichzeitig zu machen: Während einer Autofahrt telefonieren wir mit einem Kunden, warten ungeduldig darauf, dass auf unserem Blackberry eine Auftragsbestätigung eingeht und sind in Gedanken bereits beim in zwei Stunden startenden Meeting.

In unserer Welt, die nicht zuletzt durch eine Perfektionierung unterschiedlicher Kanäle der statischen und mobilen Kommunikation immer schneller wird, dreht sich der Mittelpunkt unseres Lebens um das Thema Arbeit. Selbst der wohlverdiente Feierabend verschwimmt mehr und mehr mit der Geschäftszeit. Ob E-Mail, Fax, Blackberry oder Handy – wir sind immer und überall erreichbar. Ständig begleitet von der Angst, etwas verpassen zu können oder nicht die Leistung zu erbringen, die uns von den Kollegen unterscheidbar macht.

Kein Wunder, denn die Schlagzeilen der Medien sind geprägt von Modewörtern wie Hartz IV, Ein-Euro-Jobs, Standortverlagerungen, Streichung von Mitarbeiterkapazitäten, Globalisierung und Insolvenzen. Da auch eine solide Ausbildung und ein perfekter Lebenslauf kein Garant für eine Stelle sind, leben wir in der ständigen Angst, morgen auf der Straße sitzen und unseren Lebensstandard durch ein gekürztes Budget nicht mehr halten zu können. Dadurch wäre auch automatisch der hart erarbeitete gesellschaftliche Rang verloren.

Die Welt ist zusammengeschrumpft: Dank digitaler Kommunikation, neuer Infrastrukturen in den Bereichen Transport und Automation, Mehrsprachigkeit und angeborenem Flexibilitätsinstinkt ist China nur noch einen Steinwurf entfernt. Der Riese erwacht und Millionen und Abermillionen von Arbeitern warten nur darauf, für die Welt zu produzieren. Im Reich der Mitte werden inzwischen mehr hochbegabte Kinder pro Jahr geboren als es in den USA überhaupt gibt.

Zwar ist es unwahrscheinlich, dass diese irgendwann undere inländischen Managerposten übernehmen, aber all diese vielen kleinen Faktoren tragen dazu bei, dass unser Leben in Hochgeschwindigkeit stattfindet. In einigen Berufskreisen ist es sogar fast ein Kompliment an Burnout zu leiden, denn es bestätigt, dass man die Leistung erbringt, die man erbringen sollte.

Dabei ist Burnout spätestens seit dem Tag kein Grund zur Rechfertigung von Überstunden und Dienstreisen mehr, seitdem es im IDC-10, einer internationalen Klassifizierung aller Erkrankungen zu finden ist. Unter dem Schlüssel Z73.0 sind die Burnout Symptome erfasst, die uns das Leben zur Hölle machen.

Wenn der Beruf zum Mittelpunkt des Lebens wird, langsam aber beständig soziale Kontakte einschlafen, weil man keine Schnittmenge der freien Zeit der Terminkalender findet und sich das Gefühl einschleicht, weniger Anerkennung für seine Erfolge zu erhalten, dann ist man auf dem besten Weg zum Burnout.

Das Sahnehäubchen ist lt. Definition die Entwicklung einer Abneigungen gegen diejenigen, um die man sich eigentlich kümmern sollte: Kunden, Mitarbeiter oder Lieferanten – ein Teufelskreis. Kein Wuder, dass Kokain längst zur Managerdroge avanciert ist und diejenigen unter den Führungskräften bei Laune hält, denen Psychofarmaka nicht mehr helfen.

Laut Angabe der Krankenkassen hat sich die Zahl an Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Den einzigen Schutz bietet Entschleunigung: Die Findung einer ausgewogenen Work-Life Balance, das Runterschalten in den fünften Gang, der Aufbau neuer Energie und ein ausgewogenes Privatleben mit der Pflege von Freundschaften, familiären Kontakten und dem Abbau von Stress…