Product Owner Skills & Voraussetzungen

Kein Projekt kommt ohne ihn aus: Der Product Owner ist DIE entscheidende Schlüsselperson, die für Erfolg oder Misserfolg stehen kann. Als Schnittstelle zwischen Business und Entwicklungsteam dürfen allerdings nicht nur kommunikative Skills mitgebracht werden.

Er trägt die Produkt-Vision im Herzen. Er weiß, wie sich ein Produkt kurz-, mittel- und langfristig entwickeln soll. Er kennt die Personas seiner Stakeholder, weiß Kundenfeedback zu interpretieren und daraus seine Strategie zu entwickeln.

Aber was für Skills muss ein Product Owner mitbringen, damit nachhaltige Werte geschaffen werden? Hier meine persönliche Top 5.

Neugier

Product Owner sind wissenshungrig. Sie sind nicht nur Beobachter, sondern auch Zuhörer, Reisende, Innovatoren und Fragesteller. Ihre wichtigsten Schnittstellen? Stakeholder, Kunden und Entwickler.

Prozesse müssen präzise verstanden und abgebildet werden, bevor sie durch IT unterstützt, optimiert oder automatisiert werden können. Der PO ist im Idealfall sowohl in den Prozessen als auch in der Technologie zuhause.

Ich habe einige Fälle erlebt, in denen sich Prozess-Verantwortliche als Product Owner gesehen haben, da ausschließlich sie die „notwendige Fachkompetenz“ für ein Projekt mitbringen würden. Diese weit verbreitete Fehleinschätzung kann ein massives Scheitern von Projekten zu Folge haben, da Interessen in der Regel einseitig vertreten werden. Fehlendes technologisches Fachwissen und utopische Vorstellungen bei der Umsetzung kosten Zeit und Geld.

Warum ich den idealen PO auch als Reisenden sehe? Um einen Blick über den eigenen Tellerrand zu erhalten, ist ein brancheninterner und -übergreifender Austausch auf Konferenzen, Open Space Formaten oder in klassischen „Arbeitsgemeinschaften“ erforderlich. Schlüsselkunden haben ihren Sitz nicht immer im Haus nebenan und ein persönliches Gespräch ist oft besser als ein Telefonat.

Auch sollte der Product Owner einplanen, sich regelmäßig mit dem Service-Desk oder Kundenservice auszutauschen. Als Geheimtipp empfehle ich einmal pro Woche eine Stunde lang Kundenanfragen zu lesen, um Probleme und Wünsche
frühzeitig zu erkennen und langfristig bestmöglichen Value zu schaffen.

Vision

Die klare Definition der Vision ist das, worauf der Product Owner sein Handeln aufbauen kann. Die Vision hilft nicht nur ihm, richtige Entscheidungen zu treffen, sondern schafft auch Transparenz in Richtung Business (Stakeholder) und Technologie (Entwickler). Eine offene Kommunikation der Vision ist entscheidend, um zu verstehen, welches übergeordnete Ziel mit einem Produkt erreicht werden soll.

Gerade für Entwickler, die an „eher unscheinbaren“ Backlog-Items arbeiten, ist ein Verständnis der Vision wichtig, um den Sinn hinter den großen Ganzen zu erkennen und sich als Bestandteil des Gesamterfolgs zu betrachten.

Ein Bekannter von mir hat einen aus meiner Sicht ziemlich stumpfen Alltag im Access Management. Er ist tagtäglich damit beschäftigt, Firewall-Regeln einzurichten, zu bearbeiten und zu prüfen. Seine nahezu einzige Schnittstelle zur Außenwelt ist das Service Desk, über das er Aufträge erhält. Und das seit Jahren. Da er sich allerdings als Schlüsselposition in der IT-Security betrachtet und damit einen maßgeblichen Beitrag zur Unternehmenssicherheit beiträgt, ist er glücklich. Und zufriedene Teamplayer sind heutzutage essentiell wichtig, um produktiven Output zu liefern.

Kommunikation

Verbindliche und transparente Kommunikation gegenüber Team-Mitgliedern und Stakeholdern sind essentiell für erfolgreiche Projekte. Gerade dann, wenn mehrere oder viele Teams ein gemeinsames Ziel verfolgen, muss jeder seine Rolle verstehen und darf nicht auf Basis von Halbwissen, Annahmen oder Mutmaßungen handeln. Auch müssen die richtigen Tools zur Verfügung gestellt werden, um sicherzustellen, dass Informationen stets verfügbar sind und Fragen schnell und effizient geklärt werden können.

Der Product Owner muss nicht nur gute Kommunikations-Skills mitbringen sondern sich auch in unterschiedliche Team- und Persönlichkeitstypen hineinversetzen können. Er muss die Strategie und Vision des Business verstehen und diese in den Entwicklungsteams Wirklichkeit werden lassen. Wenn die Kommunikation nicht klar und transparent ist, gerät ein Projekt schnell in Schieflage.

Hingabe

Getreu dem Motto „Home is where your heart is“ muss ein Product Owner sich mit dem Vorhaben identifizieren und voll und ganz hinter ihm stehen. Der ideale PO versucht, bei jedem Meeting dabei zu sein und mit allen Team-Mitgliedern zusammenzuarbeiten. Er hat stets ein offenes Ohr für Fragen und ist bereit, seine Vision und sein Wissen zu teilen.

Filtern, Bewerten und auch mal Nein-Sagen

Natürlich darf der Product Owner kein chronischer Verweigerer sein und sich als Blockade zwischen Business und Development aufbauen. Trotzdem ist es wichtig, dass er nicht jede einzelne Idee umsetzen lässt. Er braucht auch den Mut „nein“ sagen zu können und Wünsche sehr weit unten im Backlog zu platzieren.

Der Versuch, jeden Wunsch erfüllen zu wollen, endet häufig darin, dass das
Team das Projektziel aus den Augen verliert, der Entwicklungsprozess zu langsam voranschreitet und Ergebnisse ausbleiben.

Wichtig ist, und das sollte selbstverständlich sein, das „Nein“ nett zu verpacken und beispielsweise auf ein späteres Release zu verweisen. Es passiert schnell, dass Ideengeber auf Feedback verzichten, weil sie davon ausgehen, dass Vorschläge „sowieso nicht“ berücksichtigt werden. Und das leitet einen langsamen, qualvollen Tod der Innovationskultur ein.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.