CompanyKids Hannover: Mit Kind im Regen stehen gelassen. Danke, Frau von der Leyhen…

Ich gebe zu, dass die Überschrift dieses Beitrags doch etwas reißerisch ist, aber der Kausalität nach, ist sie schuld, dass ich mit meinem Kind eingeregnet bin.

Derzeit befinde ich mich auf der Suche nach einem Krippen- bzw. Kindergartenplatz für meinen Junior und war bei Skrabbelt direkt um die Ecke von meiner Wohnung. Sehr praktisch. Die Einrichtung ist eine GmbH, die sowohl städtische Plätze als auch privat getragene Plätze anbietet und hinterlässt im ersten Moment einen Top-Eindruck.

Schon beim Ausfüllen des Anmeldeformulars für einen der „Stadt-Plätze“ machte mich die Leiterin darauf aufmerksam, dass die Anmeldung quasi chancenlos sei und ich doch ins Auge fassen sollte, einen der Firmenplätze zu kaufen, da hier noch Kapazitäten frei seien. Die VGH, Sparkasse Hannover und Nord LB seien auch sehr zufrieden… Klar – Geld verdienen wollen wir alle.

Vor dem Fenster des Büros hielt eine schwarze Limousine, aus der zwei Männer mit Headsets ausstiegen. „Frau von der Leyhen kommt gleich zu Besuch, weil wir heute offiziell eröffnen…“ Aha. Gut zu wissen, dass Frau von der Leyhen sich die „X“ städtischen Plätze anschauen möchte; sie hätte bei ihrer Kinderschaar bestimmt die Möglichkeit, an der Warteliste vorbeitzuhuschen. Neben der Flugbereitschaft der Luftwaffe ein wichtiges Privileg der Minister 😉

Lange Rede kurzer Sinn: „Hier ist die Karte von unserem Büro, rufen Sie doch mal an und erkundigen Sie sich, was ein privater Platz kostet. Ich muss mich leider entschuldigen…“ Und zack, standen Junior und ich alleine im Büro. Okaaaaaaay…. Dann gehen wir mal… Von Frau von der Leyhen noch keine Spur; von jemandem, der uns zum Ausgang begleitet genauso wenig.

Gut ist bei dieser Einrichtung, dass sich die Ein- und Ausgangstür nur über Transponder öffnen und schließen lässt. Im Entrée ging es zu, wie in einem Bienenstock, aber niemand kümmerte sich darum, uns zu verabschieden – geschweige denn, die Tür zu öffnen. Da! Uns hat jemand gesehen! „Ich lasse Sie mal raus, sie können ja später noch einmal kommen oder anrufen. Sie wissen ja, Frau von der Leyhen kommt…“

Tür auf, Bodyguards stellen sich ins Trockene, hinter uns verschließt sich das warme, trockene Hochsicherheits-Gebäude und über uns ergießt sich der Wolkenbruch, der Frau von der Leyhen auf ihrer Reise begleitet, um die Straßen sauber zu haben. Toll.

Schön ist, dass die Trägerin der Kita, die pme Familienservice GmbH, mit dieser Aktion fast alle Leitsätze der Unternehmensphilosophie misachtet hat:

  • Herz und Verstand
  • Professionalität
  • Entwicklung
  • Flexibilität
  • Vertrauen
  • Respekt
  • Vielfältigkeit

Beim Besuch der nächsten KiTa, erinnere ich mich gerne an die Worte von Gisela Erler, der Gründerin von pme Familienservice:

Es sollte eine fröhliche Stimmung herrschen, die Erzieherinnen und Erzieher sollten offen auf Sie und Ihr Kind zugehen und gesprächsbereit sein. Ich empfehle Ihnen, zu kommen, wenn die Kinder da sind, und eine Weile lang einfach nur zuzuschauen: Wie gehen die Betreuungspersonen auf die Kinder zu? Verhalten sie sich einladend, sprechen sie freundlich mit sanfter Stimme, haben sie Blickkontakt zu den Kindern? Was passiert, wenn Kinder weinen – bringen sie den Kindern Respekt entgegen? Wenn Sie diese Fragen mit „ja“ beantworten können und insgesamt die Atmosphäre stimmt, dann ist das mindestens so wichtig wie das Konzept oder die Ausstattung.

Das grenzt alles an blankem Hohn… Ich ärgere mich, und zwar richtig.

Danke, liebe Ursula…

5 Gedanken zu „CompanyKids Hannover: Mit Kind im Regen stehen gelassen. Danke, Frau von der Leyhen…“

  1. Pingback: Fresh From Twitter today « Rene Glembotzky - My Life, LIVE
  2. Hallo!
    Ich bin per google-suche auf Ihren „Blog“ gestossen.
    Wenn Ihre Meinung schon so Öffentlich im Internet steht, dann ist sie sicher auch offen für einen Kommentar.

    Wir haben unseren Sohn in der von Ihnen so zerrissenen KiTa und, um ehrlich zu sein, Ihre Art über diese Einrichtung so zu schreiben, kann ich nicht nachvollziehen. Klar ist ein Blog einseitig, aber ich finde es nicht richtig, dass sie mit ihrem Unverständnis die KiTa schlecht machen, zumal die Darstellung überspitzt, einseitig und zum Unrealen übertrieben ist.
    Wenn Ihnen Dinge wie „Respekt“, „Flexibilität“ und „Herz und Verstand“ so wichtig sind, dann verstehe ich wahrlich Ihre Intention dieses Eintrages nicht. Dieser Freitag war eine aussergewöhnliche Situation und für die Organisatoren, nicht nur in Hinblick auf die Bundesministerin, eine große und aufwändige Geschichte. Mit ein wenig „Respekt“ und „Flexibilität“ hätten Sie sicher Ihr Anliegen an einem anderen Tag anbringen können.
    Ich kann Ihren Groll auf die schwierige Suche nach einem Krippenplatz ja verstehen, weiß Gott, da mussten wir auch durch, aber ihn an dieser Stelle auf diese Art ‚rauszulassen halte ich für „unprofessionell“.
    Aber sicher sind ja sowieso immer die anderen an allem Schuld…
    Wenn Sie andere Einrichtungen oder gar städtische mit dieser vergleichen können, dann werden Sie den großen professionellen und qualitativen Vorteil schnell feststellen können.

    Ihre vorschnelle Meinung würde ich mit etwas Überlegung revidieren. Für „Hohn“ haben Sie bereits gesorgt.
    Wenn ich jeden Tag sehe, wie es in dieser KiTa abläuft, wie mein Kind sich wohlfühlt, super Betreuung erhält usw. dann ist so ein Spotlight wie Ihre Meinung, die das, worum es bei einer KiTa geht, nicht thematisiert, nicht verständlich.

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    • Hallo Annina, mein Beitrag hat sicherlich nichts mit Groll zu tun, den wir aufgrund der „schwierigen Suche nach einem Krippenplatz“ haben. Fakt ist allerdings, dass es am Freitag so geregnet hat, dass das Sicherheitspersonal, statt wie üblich auf der Straße zu warten und den Ort gemeinsam mit der Ministerin zu betreten, in den trockenen Vorraum „geflüchtet“ ist und wir im gleichen Zug samt Kinderwagen in den Regen entlassen wurden.
      Wenn eine Organisation in einer außergewöhnlichen Situation wie dem Besuch einer Ministerin steckt, ist es professionell, wenn bereits im Vorfeld gesagt wird, dass es sinnvoller wäre, an einem anderen Tag wiederzukommen. Abgesehen davon ist es, was ich nicht im Blogbeitrag erwähnt habe, unprofessionell gewesen, dass unser im Februar abgegebener Anmeldebogen kurzerhand nicht auffindbar war und wir ihn neu ausfüllen mussten.
      Letztendlich ist es menschlich, Dinge zu vergessen oder zu verlieren, aber Ausnahmesituation hin oder her – wenn es Bindfäden regnet, stellt man keinen Gast auf die Straße; erstrecht nicht mit Kind…

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  3. Hallo Rene,

    musste über Ihren Beitrag sehr lächeln.

    Immerhin ist diese Organisation, die die Kita betreibt, ebenfalls mit Humor gesegnet und zeichnet sich durch professionelle Grosszügigkeit aus, wenn sie Ihnen gestattet – Texte, Logo und Bilder zu verwenden.

    Mein Träger hätte das sicherlich mit gerichtlicher Drohung untersagen lassen.

    Friede und Freude unter uns Menschen und ein wunderschönes Wochenende!

    Ihre

    Emma Meller

    Antworten

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