„Hi Andreas, ich will ficken… CU, Martin“

Ich habe vor ein paar Tagen angekündigt, dass wir ein paar Kundenservice-Anfragen, die uns tagtäglich erreicht haben, online zu stellen, damit sich andere gebildete Menschen einen Überblick davon verschaffen können, warum ein Anbieter von Internetdiensten manchmal so reagiert, wie wir reagiert haben.

Auslöser ist der Blogbeitrag von paulinepauline.de, der hier, hier und hier aufgegriffen wurde.

Viel Spaß beim Lesen 🙂

hi andreas,

ich will ficken!

cu,
martin

5.4.2003, Andi fühlte sich geschmeichelt *g*

Warum arbeiten Sie eigentlich in so einem Saftladen???

1.4.2003, weil für uns Zuschüsse vom Arbeitsamt gezahlt wurden

>>leider kommst Du nicht in den vollen Genuss unseres Newsletters, da Dein eMail Programm keine html-Mails verarbeiten kann.

Wer hat Ihnen diesen Scheiss erzählt?

27.3.2003, deine frau…

halted die schnauzen ihr assis euren scheisse könntet ihr mal kostenlos machen

20.3.2003, na klar – wir arbeiten in zukunft nur noch gratis, so wie amazon – die senken bald auch die preise auf €0.00

Um an cresits zu kommen möchte ich via servicenummer aufladen. Es ist ein „Creditcode“ einzureagen. Wo bekomme ich den her ?

10.1.2005, den haben wir deinem nachbarn gesendet…

Gibts hier würstchen??? ich mag auch hundekacke!

10.1.2005 – mmmmhhhh… lecker…. wir auch… wan grillen wir mal welche?

>>Ich habe heute zwei Töne bestellt , bei runterladen sagt mein Handy jetzt nur „Dateiformat unbekannt“ was jetzt?

>Welche Töne hast du denn bestellt und was für ein Handymodell hast Du?

ich habe dir schon geschrieben dass es nach wie vor nciht klappt was jetzt?

8.1.2005, vielleicht antworten?

ich möchte mir gerne einen klingelton und bild schicken lassen aber leider kann ich keine 0190 nummer anrufen und geld habe ich auch nicht auf den handy was kann ich da machen??

28.1.2005, vielleicht – eine andere zahlungsart auswählen

Wie siehen farbige Bilder auf meinem Telefon aus?

14.2.2005, woher sollen wir das wissen?

Bitte schicken sie mir meine Zugangsdaten an die neue Email Adresse

15.3.2005, allerdings wurden weder Name noch eMail Adresse angegeben…

>>Bitte nenne mir zur Bestätigung nochmal deine Adresse, damit die Karten auch an die richtige Anschrift gesendet werden. Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass die bei eBay hinterlegte Anschrift manchmal nicht aktuell ist.

Was denn für ne Adresse? Wo du die Karte hinschicken sollst?

2.5.2005, nein – wollte meine eigene absenderadresse abgleichen

Sei wann trägst du einen BH?

7.7.2005, erst in vier wochen – morgen ist die op…

rate mal warum du mich nicht gefunden hast du penner… ich hab auch nie drum gebeten du verkackter wichsmolch. schieb in dir in deiner hässlichen hurenarsch und nerv mich bloß nichmehr damit du olle kackstelze.

2006, selber Kackstelze *g*

Jeder Mensch hat seine persönliche Meinung und ich möchte weder jemanden beleidigen noch bloß stellen. Ich halte es allerdings für anmaßend, wenn sich jemand Kommentare zu einem Thema erlaubt, wovon er/sie einfach keine Ahnung hat.

Damit meine ich nicht die Blogger, die das Thema aufgegriffen haben und sich eine qualifizierte Meinung bilden, sondern diejenigen, die anonyme, unqualifizierte Kommentare gepostet haben und sich für allwissend halten. Gerne gebe ich Euch noch einen Klassiker mit auf den Weg: „Wer keine Ahnung hat, sollte einfach mal die Fresse halten…“

Steuererleichterungen

Lassen Sie uns die möglichen Auswirkungen von Steuererleichterungen einmal in Worte fassen, die jeder verstehen kann.

Es waren einmal 10 Männer, die jeden Tag miteinander zum Essen gingen, und die Rechnung für alle zusammen betrug jeden Tag 100,00 Euro. Die Gäste zahlten ihre Rechnung wie wir unsere Steuern, und das sah ungefähr so aus:

Vier Gäste (die Ärmsten) zahlten nichts.
Der Fünfte zahlte 1 Euro.
Der Sechste 3 Euro.
Der Siebte 7 Euro.
Der Achte 12 Euro.
Der Neunte 18 Euro.
Der Zehnte (der Reichste) zahlte 59 Euro.

Das ging eine ganze Zeit lang gut. Jeden Tag kamen sie zum Essen und alle waren zufrieden. Bis der Wirt Unruhe in das Arrangement brachte, indem er vorschlug, den Preis für das Essen um 20 Euro zu reduzieren.

„Weil Sie alle so gute Gäste sind“. Wie nett von ihm! Jetzt kostete das Essen für alle nur noch 80 Euro, aber die Gruppe wollte unbedingt beibehalten, so zu bezahlen, wie wir besteuert werden. Dabei änderte sich für die ersten Vier nichts, sie aßen weiter kostenlos. Wie sah es mit den restlichen sechs aus?

Wie konnten sie die 20 Euro Ersparnis so aufteilen, dass jeder etwas davon hatte? Die sechs stellen schnell fest, dass 20 Euro geteilt durch sechs Zahler 3,33 Euro ergeben. Aber wenn sie das von den einzelnen Teilen abziehen würden, bekämen der fünfte und der sechste noch Geld dafür, dass sie überhaupt zum Essen gehen.

Also schlug der Wirt den Gästen vor, dass jeder ungefähr prozentual so viel weniger zahlen sollte, wie er insgesamt beisteuere. Er setzte sich also hin und begann, das für seine Gäste auszurechnen.

Heraus kam folgendes:
Der fünfte Gast, ebenso wie die ersten vier, zahlte ab sofort nichts mehr (100 % Ersparnis).
Der Sechste zahlte 2 statt 3 Euro (33 % Ersparnis).
Der Siebte zahlte 5 statt 7 Euro (28 % Ersparnis).
Der Achte zahlte 9 statt 12 Euro (25 % Ersparnis).
Der Neunte 14 statt 18 Euro (22 % Ersparnis).
Der Zehnte (der Reichste) zahlte 49 statt 59 Euro (16 % Ersparnis).

Aber als sie vor der Wirtschaft noch einmal nachrechneten, war das alles doch nicht so ideal, wie sie dachten.

„Ich hab‘ nur 1 Euros von den 20 Euro bekommen!“ sagte der sechste Gast und zeigte auf den zehnten Gast, den Reichen. „Aber er kriegt 10 Euro!“ „Stimmt!“, rief der Fünfte. „Ich hab nur 1 Euro gespart und er spart zehnmal so viel wie ich!“ „Wie wahr!“, rief der Siebte. „Warum kriegt er 10 Euro zurück und ich nur 2 Euro? Alles kriegen mal wieder die Reichen!“ „Moment mal“, riefen die ersten vier aus einem Munde. „Wir haben überhaupt nichts bekommen. Das System beutet die Ärmsten aus!!“ Und wie aus heiterem Himmel gingen die 9 gemeinsam gegen den Zehnten los und verprügelten ihn.

Am nächsten Tag tauchte der zehnte Gast nicht zum Essen auf. Also setzten sich die übrigen 9 zusammen und aßen ohne ihn. Aber als es an der Zeit war, die Rechnung zu begleichen, stellen sie etwas Außerordentliches fest: Alle zusammen hatten nicht genügend Geld, um auch nur die Hälfte der Rechnung bezahlen zu können!

Und wenn sie nicht verhungert sind, wundern sie sich noch heute.

Und so, liebe Kinder, funktioniert unser Steuersystem: Die Menschen die hier die höchsten Steuern bezahlen, haben die größten Vorteile einer Steuererleichterung. Wenn sie aber zuviel zahlen müssen, kann es passieren, dass sie einfach nicht mehr am Tisch erscheinen. In der Schweiz und in der Karibik gibt es schließlich auch ganz tolle Restaurants.